Hyposensibilisierung

Heuschnupfen und allergisches Asthma bronchiale können sehr wirkungsvoll durch eine Hyposensibilisierung behandelt werden.

 

Dabei wird dem Körper das Allergie-auslösende Allergen (z.B. Baumpollen) in steigender Dosierung verabreicht. Hier gibt es inzwischen auch eine Kurzzeit-Behandlung!

 

Sie erhalten lediglich 4 Spritzen in einem Zeitraum von 3 Wochen. Die Kosten tragen in der Regel die gesetzlichen und Privaten Kassen.

 

Die Kosten sind relativ hoch, sodaß die Therapie nur für stark betroffene Allergiker in Frage kommt.Die Risiken der Behandlung sind recht gering. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Schwellung, Rötung und etwas Schmerz an der Einstichstelle.

 

Behandlungsablauf subkutan

Der Behandlungsablauf ist in der Dosissteigerungs- und der Erhaltungsphase gleich.

 

Vor der Injektion

Bei der ersten Injektion zu Behandlungsbeginn wird noch einmal ein kurzes allgemeines Aufklärungsgespräch stattfinden. Dann folgt das Vorgehen wie bei allen folgenden “Sitzungen”. Der Arzt wird den Patienten fragen, wie er die letzte Behandlung vertragen hat, ob und welche Medikamente er zur Zeit nimmt und ob aktuell geimpft wurde. Auch Informationen über andere Erkrankungen, vor allem Infekte bzw. Infektionskrankheiten, sind wichtig. Machen Sie sich als Patient am besten routinemäßig Notizen, auch wenn Ihnen etwas anderes im Zusammenhang mit den Injektionen wichtig erscheint. Besprechen Sie dies bitte rechtzeitig vor der Injektion mit Ihrem Arzt! Wer Spritzen generell nicht gut verträgt, sollte sich im Liegen behandeln lassen.

 

Unmittelbar nach der Injektion

Die Behandlungsrichtlinien zur spezifischen Immuntherapie sehen vor, dass der Patient nach der Injektion noch mindestens 30 Minuten unter ärztlicher Obhut, also im Wartezimmer, bleiben muss. Denn in dieser Zeit können sich noch Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Injektion zeigen.

Sollten Sie als Patient in dieser Zeit etwas Ungewöhnliches bemerken, sprechen Sie den Arzt oder die Sprechstundenhilfe sofort an. Als Nebenwirkungen können sich Jucken oder auch Quaddelbildung an Haut oder Schleimhäuten, Niesen, Husten oder Atembeklemmung einstellen, eventuell auch Hitzegefühl, Schwindel oder Unwohlsein. Diese Symptome sind Zeichen des allergisch reagierenden Immunsystems und verschwinden meist innerhalb kurzer Zeit von alleine. Manchmal wird der Arzt diese Nebenwirkungen auch mit Medikamenten behandeln. Diese Medikamente hat jeder Arzt, der eine Hyposensibilisierung durchführt, stets griffbereit.

 

Am Tag der Injektion

Die Hyposensibilisierung ist eine aktive Immuntherapie. Das Immunsystem wird bei der “Umprogrammierung” voll gefordert und sollte daher vom ganzen Körper unterstützt werden. Treiben Sie deshalb am Tag der Injektion keinen Sport und unterlassen auch sonstige ungewohnt anstrengenden Tätigkeiten (auch Alkoholkonsum oder Saunabesuche sollten am Injektionstag vermieden werden). Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt.

 

Praktische Tipps für Allergiker

Für Pollenallergiker

  • abends duschen und Haare waschen
  • regelmäßig die Wohnung feucht wischen
  • nur an regnerischen Tagen ausgiebig lüften bzw. wenn die Pollenbelastung am niedrigsten ist (in ländlichen Gebieten abends, in städtischen Gebieten in den frühen Morgenstunden)
  • Wäsche nicht im Freien trocknen
  • Schuhe und Oberbekleidung im Eingangsbereich lassen
  • Pollenfilter für Autos nutzen
  • Informieren Sie sich anhand des Pollenkalenders oder über den
  • Polleninformationsdienst, wann „Ihre“ Pollen in der Luft am zahlreichsten sind

Für Milbenallergiker

  • Bettwäsche jede Woche wechseln und bei min. 60 °C waschen
  • Plüschtiere einen Tag in die Kühltruhe legen
  • spezielle Matratzenbezüge („Encasing“) nutzen
  • bei der Einrichtung möglichst auf Polstersessel, Teppichböden, Felle u.Ä., zumindest im Schlafraum, verzichten
  • Ventilatoren meiden
  • spezielle Filter für Staubsauger nutzen
  • Urlaub oberhalb 1.200 m (über dem Meeresspiegel) bevorzugen
  • häufiger und feucht Staub wischen, am besten aber nicht vom Betroffenen selbst

Für Schimmelpilzallergiker

  • gründliche Sanierung der Wohnung
  • keine Luftbefeuchter oder Klimaanlagen nutzen
  • Zimmerpflanzen und Hydrokulturen abschaffen
  • die Wohnung nicht auskühlen lassen
  • im Bad nach dem Baden/Duschen immer gut lüften
  • Obst und Gemüse vor dem Essen schälen
  • Kühlschrank regelmäßig reinigen
  • Kompost nicht unter einem Fenster anlegen